Das ist der Weg, der mich zur Fotografie gebracht hat.
Ich bin Heidi und lebe mit meinen beiden Töchtern in Brunnen. Aufgewachsen bin ich am wunderschönen Urmiberg auf 724 Metern über Meer, auf einem Bauernhof mit traumhafter Aussicht auf die Urner Berge und den Vierwaldstättersee. Man könnte sagen, dass ich bereits mit Wanderschuhen auf die Welt gekommen bin.
Ich hatte einen langen Schulweg ins Dorf. Damals führte noch keine Strasse zu unserem Zuhause, und so legte ich den Weg täglich zu Fuss zurück. Schon früh war ich über Stock und Stein unterwegs. Die Verbundenheit mit der Natur begleitet mich bis heute. In der Natur und in den Bergen fühle ich mich zu Hause. Dort verbringe ich leidenschaftlich gern viel Zeit - beim Spazieren, Wandern, Bergsteigen, Heuen und natürlich mit Fotografieren.
Jeder Gipfel beginnt mit dem ersten Schritt.
habe ich mit dem Breithorn (4164 m) im Wallis meinen ersten 4000er bestiegen. Es war ein wunderschönes Gefühl, mit Steigeisen unterwegs zu sein und das Knistern des Gletschers zu hören. Das Walliser Bergpanorama und die frische, kalte und klare Alpenluft liessen mein Herz höherschlagen.
Sofort war für mich klar, dass ich die Welt der Viertausender erleben wollte. So machte ich im Juli 2021 direkt weiter mit der Spaghettitour: Breithornzwillinge, Breithorn-Ostgipfel (westlicher Zwilling, 4139 m) und Gendarm (östlicher Zwilling, 4106 m), Pollux (4089 m), Castor (4225 m), Balmenhorn (4167 m), Lyskamm Ost (4532 m), Lyskamm West (4479 m), Punta Giordani (4046 m), Vincent-Pyramide (4215 m), Corno Nero (4321 m), Ludwigshöhe (4341 m), Parrotspitze (4434 m), Signalkuppe (4554 m), Zumsteinspitze (4563 m) und Dufourspitze (4634 m).
Die Dufourspitze ist der höchste Gipfel der Schweizer Alpen.
ging es mit Schneeschuhen auf den Alphubel (4206 m). Im Juli bestieg ich den Piz Bernina (4048 m) über den Biancograt, den Piz Palü (3899 m) mit anschliessender Überschreitung zum Piz Cambrena (3604 m) und zum Piz d'Arlas (3374 m).
sammelte ich weitere 4000er und bestieg das Strahlhorn (4190 m) über den selten begangenen Südgrat sowie das Lagginhorn (4010 m) und das Weissmies (4013 m) - beide ebenfalls via Südgrat.
Es folgte ein weiteres Highlight im Wallis: die Mischabelgruppe mit dem Nadelgrat. Ich bestieg das Nadelhorn (4327 m), das Ulrichshorn (3925 m), das Dürrenhorn (4035 m), das Hoberghorn (4218 m), das Stecknadelhorn
(4240 m) sowie die Lenzspitze (4293 m). Beim Abstieg von der Lenzspitze wählten wir den Südgrat und bestiegen anschliessend direkt den Dom (4545 m). Der Dom ist der höchste Berg, der vollständig auf Schweizer Boden liegt. Anschliessend bestieg ich das Rimpfischhorn (4199 m) von der Fluhalp aus.
Am 29. Oktober 2024 änderte sich mein Leben schlagartig.
Nach einem schweren Autounfall mit einem vierfachen Beckenbruch und mehr als der Hälfte meiner Rippen – teilweise mehrfach gebrochen – stand ich plötzlich am Nullpunkt.
Dass ich diesen Unfall überlebt habe, war alles andere als selbstverständlich.
Ein Jahr nach meinem Unfall hörte ich die Worte:
„Sie müssen sich damit abfinden, dass Sie nicht mehr dasselbe Leben führen können, das Sie bisher kannten.“
Damit abfinden konnte ich mich nicht.
Ich musste vieles neu lernen und mir Schritt für Schritt zurückholen, was vorher selbstverständlich gewesen war. Es gab Schmerzen, Zweifel und Rückschläge.
Doch eines war trotz allem geblieben: meine Liebe zu den Bergen.
Schon während ich mich zurück ins Leben kämpfte, setzte ich mir ein Ziel: 2025 wollte ich wieder auf einem Viertausender stehen.
Zu diesem Zeitpunkt schien dieser Gedanke beinahe unrealistisch.
Und trotzdem schaffte ich es.
Mein erster Viertausender nach dem Unfall war der Mönch (4107 m). Körperlich war ich zurück – zumindest glaubte ich das. Die Schrauben in meinem Becken schränkten mich noch ein, doch viel grösser war die Blockade in meinem Kopf. Das Vertrauen in mich selbst und in meine Fähigkeiten am Berg fehlte. Jeder Schritt fühlte sich schwieriger an als früher.
Am nächsten Tag wollten wir auf die Jungfrau. Auf etwa 3800 Metern mussten wir wegen des Schnees und auch meiner fehlenden Kondition umkehren. Ich war zutiefst enttäuscht. In diesem Moment wollte ich am liebsten alles an den Nagel hängen.
Nach einem Ruhetag folgte das Allalinhorn (4027 m). Auch dieser Aufstieg fühlte sich unglaublich streng an.
Und etwas Entscheidendes fehlte: die Lebensfreude.
Das Bergsteigen erreichte mein Herz nicht mehr. Die Freude, die ich früher dabei empfunden hatte, war einfach nicht da.
Am 23. August 2025 versuchte ich den Grand Combin. Doch nach nur einer Stunde und rund 500 Höhenmetern war Schluss. Es fühlte sich an wie bei einem Auto, dem plötzlich das Benzin ausgeht.
Ich dachte: Das war’s. Das Kapitel Bergsteigen ist beendet.
Doch irgendwo in mir war noch dieser kleine Funke.
Also gab ich nicht auf.
Schritt für Schritt kämpfte ich mich zurück zu meiner Leidenschaft. Ich trainierte. Ich arbeitete wieder auf meine Ziele hin. Denn ich wollte nicht einfach irgendeinen Berg besteigen.
Ich wollte dieses Gefühl zurück.
Das Vertrauen.
Die Kraft.
Die Sicherheit.
Die Freude.
Ich wollte zurück auf das Niveau, das ich einmal gekannt hatte.

Anfang Juli ging es wieder in die Bergwelt der Viertausender.
Es folgte die Aiguille de Rochefort (4001 m) – und plötzlich war da wieder etwas, das ich so lange vermisst hatte:
Vertrauen. Stärke. Sicherheit. Freude.
Plötzlich wusste ich wieder:
Ich kann das.
Danach folgte der Grand Combin mit seinen drei Hauptgipfeln: dem Combin de Valsorey (4184 m), dem Combin de Grafeneire (4314 m) und dem Combin de la Tsessette (4132 m).
Alle drei geschafft.
Anschliessend stand ich auf dem Gran Paradiso (4061 m).
Und dann setzte ich mir noch ein grosses Ziel:
das Matterhorn (4478 m).
Am 13. August 2026 stand ich tatsächlich auf seinem Gipfel.
Noch heute kann ich kaum glauben, was in diesen 22 Monaten geschehen ist.
Vom Nullpunkt.
Vom Kampf zurück ins Leben.
Von Zweifeln und Erschöpfung.
Von dem Gedanken, meine grosse Leidenschaft vielleicht für immer verloren zu haben.
Zurück auf die Berge.
Acht Viertausender in nur 22 Monaten.
Das Matterhorn wurde für mich weit mehr als nur ein weiterer Gipfel.
Es wurde zum Beweis dafür, dass sich Aufgeben manchmal genau in dem Moment falsch anfühlt, in dem man glaubt, keine Reserven mehr zu haben.
Ich habe gelernt, dass der Weg zurück nicht immer geradeaus führt.
Manchmal muss man umkehren.
Manchmal reicht die Kraft nicht.
Manchmal zweifelt man an sich selbst.
Und manchmal verliert man sogar die Freude an dem, was man einmal über alles geliebt hat.
Doch ein Rückschritt bedeutet nicht das Ende.
Solange irgendwo noch ein Funke da ist, kann daraus wieder ein Feuer werden.
Never give up. Never.
Vom Nullpunkt zurück ins Leben.
Zurück zu meiner Leidenschaft.
Zurück zu mir.
Verliere nie den Glauben an dich selbst. Denn manchmal kann genau dieser Glaube Berge versetzen.

Doch Zahlen, Höhenmeter und Gipfel erzählen nur einen kleinen Teil meiner Geschichte.
Für mich geht es um etwas anderes.
Um dieses Gefühl, wieder dort oben zu stehen.
Die kalte Bergluft einzuatmen.
Die Weite vor mir zu sehen.
Und einen Augenblick festzuhalten, den es genau so kein zweites Mal geben wird.
Meine Bilder sind deshalb für mich mehr als Landschaftsfotografien.
Sie sind Erinnerungen.
Sie sind Momente des Zurückkommens.
Sie sind ein Teil meines Weges.
Und genau diese Augenblicke möchte ich hier mit euch teilen.


Es gibt in den Alpen 82 Viertausender,
die sich auf insgesamt 14 Gebirgsgruppen in der Schweiz, Italien und Frankreich verteilen. Die Schweiz hat mit 48 Gipfeln die meisten Viertausender. In sechs Sommersaisons durfte ich bereits 36 Viertausender besteigen - und meine Leidenschaft für die Berge ist stärker denn je. Und so freue ich mich schon auf die nächsten Gipfel und viele neue Bergerlebnisse.
Besonders oft bin ich in den Urner Alpen unterwegs, wo ich mich gerne im alpinen Gelände bewege. Mein Ziel ist es, die Ausbildung zur Tourenleiterin Alpinwandern beim SAC Gotthard zu absolvieren und so die Freude am Wandern und an der Natur mit Gleichgesinnten zu teilen.

Manchmal braucht es Geduld. Manchmal das richtige Licht - und manchmal das Glück, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.
Beim Fotografieren kann ich voll und ganz in der Gegenwart sein. Ich bin im Hier und Jetzt. Ich bin sehr fokussiert und investiere viel Zeit und Geduld in die Erstellung der Bilder, bis sie perfekt sind. Dabei vergesse ich alles um mich herum und ich bin nur noch in diesem einen Moment.
Vielleicht ist es genau diese Verbindung aus Bergsteigen und Fotografie, die meine Bilder zu dem macht, was sie sind.
Ich möchte diese schönen Naturmomente nicht nur für mich behalten, sondern sie mit vielen Menschen teilen und damit auch andere berühren.
Meine Bilder tragen etwas von mir in sich. Sie wirken kraftvoll und lebendig und lassen besondere Augenblicke weiterleben.
Es ist mir eine Freude, meine Bilder mit euch zu teilen. Wenn eines davon auch euch berührt und einen Platz bei euch findet, freue ich mich sehr darüber.
Herzlichen Dank
Heidi
Das Leben und das Bergsteigen
Beides kann dich an die Grenzen bringen. Und du wirst darüber hinauswachsen und stärker werden als je zuvor.
Das Leben und das Bergsteigen haben vieles gemeinsam. "Unvergessliche, unbezahlbare Augenblicke, Momente und Atemzüge."
"Sicher" bist du nirgendwo! Ob im Gebirge oder im Tal des Alltags. Überall gibt es ein Risiko, das Gefahren mit sich bringt.
Angst? Wandle es in Vertrauen um. Mut, Wille, Kraft, Ausdauer, Kondition, Intuition, Selbstvertrauen, mentale Stärke, positive Gedanken und einen klaren Geist. All diese Eigenschaften bringen dich ganz nach oben auf einen Berggipfel. Und genau all diese Eigenschaften bringen dich auch weiter im Leben.
Das Leben und die Berge stellen uns immer wieder vor unvorhersehbare Herausforderungen. Es ist deine Entscheidung, wohin du den Fokus lenkst. Kämpfst du weiter oder gibst du auf? Schritt für Schritt durch den Alltag im Leben. Schritt für Schritt geht's auf den Berg bis oben ans Ziel.
Manchmal hat man keinen Plan, wohin der Weg führt. Und so läuft man einfach los, – irgendwie ergibt sich immer ein Weg. Kein Weg ist zu weit. Es braucht Willen, Mut, Kraft, Ausdauer, Vertrauen, positive Gedanken und einen klaren Geist. Aufgeben oder nicht aufgeben? Das entscheidest du selbst.
Sei dankbar für jeden Atemzug des Lebens. Ob im Tal oder auf dem Berggipfel. Es gibt nur diesen einen Augenblick. Lerne zu schätzen, was du hast, bevor du es verlierst.
Die Verbundenheit mit den Bergen hat man — oder hat man nicht. Ich bin dankbar für jeden einzelnen Berg, den es gibt. Alles ist möglich, nichts ist unmöglich. Es gibt nur einen Weg, und das ist der Weg nach vorne.
Es ist schön, wenn man diese Verbindung hat. Aber noch viel wichtiger ist die Verbindung zu sich selbst.